Indikationsbereich: Posttraumatische Störungen

Unser Angebot richtet sich sowohl an Patientinnen mit einer komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung als auch an Frauen mit weiteren Traumafolgestörungen. Hauptziel der Rehamaßnahme ist die psychische, körperliche und soziale Stabilisierung der Patientinnen. In erster Linie geht es darum, die betroffenen Patientinnen bei der Bewältigung von Symptomen, die zu massiven Beeinträchtigungen führen, zu unterstützen.

In Anlehnung an die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie nach Luise Reddemann (PITT) und die Dialektisch-Behaviorale Therapie nach Masha Linehan (DBT PTSD) basiert die traumaspezifische Stabilisierung in unserer Klinik im Wesentlichen auf folgenden Behandlungskomponenten:

Psychoedukation ist ein wichtiger Bestandteil in der Therapie von posttraumatischen Folgestörungen. Die Vermittlung von Wissen und eine transparente Therapiegestaltung stärken das Gefühl von Kontrolle und Orientierung und wirken resilienzfördernd.

Die Nutzung von Imaginationen hat einen hohen Stellenwert in der Stabilisierungsphase. Mit ihrer Hilfe kann es gelingen, den Schreckensbildern der traumatischen Erfahrung kontrollierte, heilsame Vorstellungen entgegenzusetzen und eine gute innere Welt zu erschaffen. Auch das Erkunden von positiven Lebenserfahrungen, z. B. in Form des Führens eines Freudentagebuches, soll ein Gegengewicht zur Belastung durch die erlebten Übergriffe, Zurückweisungen und Vernachlässigungen bieten.

Sich auf die eigenen Fähigkeiten, Stärken und Bedürfnisse zu besinnen und diese zu erforschen, mit sich selbst und dem, was gegenwärtig erlebt wird, achtsam umzugehen, stellen wesentliche aber auch herausfordernde Aufgaben für traumatisierte Patientinnen dar. Achtsamkeitsübungen sind entsprechend ebenso wie Reorientierungstechniken praxeologischer Bestandteil jeder Therapieeinheit.

Die Indikationsgruppe Stabilisierung als zentraler Therapiebaustein bei posttraumatischen Belastungsstörungen findet einmal wöchentlich in einer geschlossenen Gruppe mit maximal 10 Teilnehmerinnen statt.

Auf den Körper bezogene Folgen einer Traumafolgestörung sind häufig damit verbunden, dass das Vertrauen in den eigenen Körper geschwächt ist und ein positives Körpererleben nachhaltig erschwert. Wir erachten es aus diesen Gründen als dringend erforderlich, unser Angebot durch weitere traumaspezifische Therapieeinheiten zu ergänzen. Neben der Stabilisierungsgruppe sind fokussierte Einzeltherapie, traumaadaptierte Tanz- und Bewegungstherapie, Yoga und Qi Gong sowie achtsamkeitsbasierte Verfahren Bestandteile der Behandlung.