Therapeutische Arbeit mit Angehörigen

Die Einbeziehung von Angehörigen spielt in der Arbeit mit den Patientinnen eine wesentliche Rolle!

Im Sinne umfassender Stabilisierung und Abstinenzstärkung unserer Patientinnen bieten wir Angebote, die die Kontextbedingungen der Patientin mit deren spezieller Beziehungsdynamik besonders berücksichtigen. Veränderte Kommunikationsstrukturen, Klärung von Rollenverhalten in Beziehungsgefügen, Delegationen und Zuschreibungen können erörtert und verändert werden mit dem Ziel, ein möglichst symptomfreies Leben im jeweiligen Beziehungskontext zu führen.

Nach einer intensiven Klärungsphase im Rahmen der Bezugstherapie wird die Möglichkeit zur sinnvollen Einbeziehung von Angehörigen erörtert und dem Wunsch der Patientin entsprechend veranlasst. Besonderheiten im Zusammenhang mit zurückliegender Gewalterfahrung und Traumatisierung wird dabei Rechnung getragen und kann möglicherweise eine Kontraindikation darstellen.

Wir bieten mehrtägige Angehörigenseminare in unserem Haus mit dem Schwerpunkt der Aufklärung über Sucht und deren Kontextbedingungen im Beziehungsgefüge und der Betrachtung der individuellen Beziehungsdynamik zwischen Patientin und Angehörigen an. Es sollen Impulse für Veränderungen problemstabilisierender Muster in Familie und Partnerschaften gesetzt werden, neue Orientierungsprozesse weitergeführt werden.

Paar- und Familiengespräche

Konflikthafte Beziehungskonstellationen in der Herkunftsfamilie, aktuellen Partnerschaft oder Familie können in diesen Gesprächen vertieft bearbeitet werden. Gerade für besonders angstbesetzte oder auch intime Themen steht hier Raum zur Verfügung. Die Bedeutung der Abhängigkeitserkrankung im Beziehungsgefüge wird analysiert, Überlegungen zu notwendiger Veränderung werden konkretisiert. Neuorientierung in Familie oder Partnerschaft wird weitergeführt. Empfehlungen für unterstützende Angebote für Angehörige werden erörtert, Fragen zur Suchterkrankung und Komorbiditäten können in diesem Rahmen intensiv besprochen werden.