Körperorientierte Therapie

Auf den Körper bezogene Folgen der Suchterkrankung sind häufig damit verbunden, dass das Vertrauen in den eigenen Körper geschwächt ist. Entsprechend ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie ein sport-, bewegungs- und entspannungstherapeutisches Angebot.

Die Körper- und Bewegungstherapie findet einmal wöchentlich im Rahmen der Bezugsgruppe statt. Die Klientinnen werden dazu angeleitet, Alternativen zu einem selbstschädigenden Umgang mit dem eigenen Körper zu entwickeln und darüber ein positives und vitales Körpererleben zu fördern.

Die gruppenbezogenen Angebote der Fachklinik werden ergänzt durch eine individuelle körpertherapeutische Begleitung im Einzelsetting, welches einen besonderen Schutzraum bietet, um heilsame Prozesse zu vertiefen und zu festigen.

Zusätzlich besteht für jede Patientin die Möglichkeit, an einem Entspannungsverfahren teilzunehmen. Über die Vermittlung verschiedener Ansätze werden die Teilnehmenden darin unterstützt, ihre Stresstoleranz als auch ihre Entspannungsfähigkeit zu erhöhen. Angeboten werden:

Die Progressive Muskelrelaxation nach Edmund Jacobson ist insbesondere für Klientinnen mit medizinisch bestätigten körperlichen Einschränkungen geeignet.

Hatha Yoga als bewährtes, ganzheitliches System körperlicher und geistiger Übungen unterstützt vor allem Patientinnen mit Einschränkungen in der Beweglichkeit und der Konzentrationsleistung.

In der Arbeit mit traumatisierten Patientinnen haben sich Übungen aus dem Qi Gong bewährt. Die feste Struktur der Übungsformen, die Symmetrie und Symbolik der Bewegungen wirken sich wie ein „Geländer“ aus, das den Patientinnen halt gibt.

MBSR steht für Mindfulness Based Stress Reduction und ist ein wissenschaftlich fundiertes Stressbewältigungstraining. Im Mittelpunkt steht die Schulung der Achtsamkeit. Achtsamkeit ist eine lernbare Haltung, die darin unterstützt, sich der eigenen Gefühle, Körperempfindungen, Gedanken, Reaktionen und Sinneseindrücke bewusst zu werden, aufgeschlossen ihnen gegenüber zu sein und förderlich mit ihnen umzugehen.

Regelmäßige Sportaktivitäten in verschiedenen Gruppen, wie beispielsweise der Re-Aktiv-Gruppe, der Fitnessgruppe, dem Frühsport oder dem Wandern und Schwimmen, sind ein weiterer bedeutsamer Behandlungsschwerpunkt. Neben der gesundheitsfördernden Wirkung geht es hier vor allem um das Erleben von Bewegungsfreude und Gemeinschaft sowie das Aufzeigen vielfältiger Möglichkeiten der Freizeitgestaltung.