Indikationsbereich: Störungen der Emotionsregulation

Nach wie vor gilt die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) nach Marsha M. Linehan als gut gesicherter und erfolgreicher Behandlungsansatz in der Arbeit mit Patientinnen, die unter Emotionsregulationsstörungen leiden. Die Hauptproblematik unserer Patientinnen mit Störungen der Emotionsregulation liegt in der anhaltenden Schwierigkeit, Emotionen zu regulieren, in der hohen Empfindlichkeit für emotionale Auslöser sowie der Erfahrung einer enormen, scheinbar immerwährenden, emotionalen Verletzbarkeit. Im Umgang mit diesen Erlebensphänomenen werden oft dysfunktionale Verhaltensweisen eingesetzt, wie beispielsweise Suchtmittelkonsum oder Selbstverletzungen. Das bedeutet, dass die Emotionsregulation ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung und Aufrechterhaltung der Suchterkrankung ist.

Entsprechend ist das Skillstraining als wichtiger Baustein der DBT ein wesentliches Therapieangebot in unserer Klinik und richtet sich insbesondere an die Patientinnen mit einer diagnostizierten Borderline-Störung. Im Rahmen des Skillstrainings werden vielfältige Hilfestellungen angeboten, die nicht nur kurzfristig eine Erleichterung der quälenden Probleme bewirken, sondern ebenso langfristig neue Wege eröffnen. Dazu gehört viel Mut und die Überwindung von Scham. Über das Trainieren neuer Skills und das Erproben eines neu angelegten Repertoires wird allmählich eine Brücke zu neuen Erfahrungen gebaut. Diese führt zu einer Verbesserung der Symptomatik und verändert die Interaktion mit der Umwelt. Der gezielte Einsatz von Skills kann entsprechend nicht nur helfen, Krisen zu überleben, sondern gibt auch Hoffnung.

Die Skillsgruppe, als zentrales Behandlungselement neben der DBT-Therapie im Einzelsetting, versteht sich als Lern- und Übungsgruppe und wird in der Fachklinik als offene Gruppe angeboten. Inhaltlich geht es um die Vermittlung theoretischen Wissens, um praktische Übungen, einen Erfahrungsaustausch untereinander und das allmähliche Festigen und Integrieren neuer grundlegender Fähigkeiten im Lebensalltag – die Patientinnen sollen Expertinnen für sich selbst und für ihr eigenes Leben werden. Die Gruppe findet einmal wöchentlich mit maximal 8 Teilnehmerinnen statt.

Die konkreten Module der Skillsgruppe bestehen im Folgenden:

Lernen, der eigenen Wahrnehmung wieder zu trauen und achtsamer und selbstfürsorglicher mit sich umzugehen. Sich selbst und den Augenblick annehmen.

Lernen, Krisen- und Hochstressphasen zu bewältigen und ihnen vorzubeugen. Impulsivität und innere Anspannung aushalten und abmildern.

Lernen, Gefühle wahrzunehmen und sinnvoll zu steuern. Stimmungsschwankungen und Gefühlsachterbahnen akzeptieren und regulieren.

Lernen, chaotische zwischenmenschliche Beziehungen zu verringern und stabile Beziehungen aufzubauen. Das Abgrenzen und Annähern üben und Beziehungsabbrüche reduzieren.