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Fachklinik Altenkirchen Persönlichkeitsstörung

Indikationsbereich emotional-instabile Persönlichkeitsstörung auf Borderline-Struktur

Die integrative Behandlung einer suchtmittelabhÀngigen Patientin auf dem Hintergrund einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung auf Borderline-Struktur erfordert zu Beginn fast immerein besonders engmaschiges Einzelsetting, um der Patientin zu ermöglichen, in der therapeutischen Arbeitsbeziehung zur BezugstherapeutIn langsam Vertrauen aufzubauen.

Zu berĂŒcksichtigen sind zudem hĂ€ufig zurĂŒckliegende negativ erfahrene psychiatrische Behandlung, oft gekennzeichnet durch TherapieabbrĂŒche von Patientinnen. Vorherrschende krankheitstypische innere Spannung sowie heftige aversive GefĂŒhlszustĂ€nde von Scham, Schuld und ohnmĂ€chtiger Wut lösen Fluchtimpulse aus, die Behandlung abzubrechen. Der Suchtmittelkonsum im Zusammenhang mit einer emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung auf Borderline-Struktur ist als eine selbstschĂ€digende Verhaltensweise zu sehen, im Sinne eines BewĂ€ltigungsversuchs, sehr hĂ€ufig begleitet von weiteren selbstschĂ€digen Verhaltensweisen wie Selbstverletzungen, Suizidgedanken, Suizidversuchen, Essstörungen, Hochrisikoverhalten. Im Zusammenhang mit einer AbhĂ€ngigkeitserkrankung zeigen die anderen selbstschĂ€digenden Verhaltensweisen meist ebenfalls sĂŒchtigen Charakter und werden auch im Rahmen von Suchtverschiebung eingesetzt. Wird die eine oder andere selbstschĂ€digende Verhaltensweise reduziert, verstĂ€rkt sich die Symptomatik meist im Bereich der anderen. Entsprechend muss fĂŒr die Behandlung das gesamte Spektrum selbstschĂ€digender Verhaltensweisen in die Behandlung eingebunden sein.

Je nach akuter Lebenssituation einer Patientin bei Aufnahme wird die Hierarchie der Behandlungsziele nach der GefÀhrdung und der Schwere der Symptomatik geplant. Motivations- und Stabilisierungsinterventionen, insbesondere intensive und oft wiederholte Informationen zum Krankheitsbild, zu Entstehungsmodellen und zum Behandlungskonzept ermöglichen einer Patientin, sich auf eine Behandlungsvereinbarung einzulassen, in der sie sich verpflichtet, keine suizidalen bzw. parasuizidalen Handlungen vorzunehmen, von Suchtmitteln abstinent zu bleiben und ggf. extrem essgestörte Nahrungsaufnahme bzw. Erbrechen zu mindern. Notfall-Skills zur Stabilisierung und zur Minderung von Suchtdruck mit emotionaler Hochspannung werden der Patientin von Beginn an vermittelt. Bei meist hoher Einzeltherapiefrequenz wird darauf geachtet, Problemverhalten nicht ungewollt positiv zu verstÀrken.


Skills-Gruppe:

Die Module des Skills-Trainings sind in der Borderline-Indikationsgruppe nach deren Krankheitsbild spezifisch zugeschnitten und sind innerhalb der Reha-Maßnahme vernetzt mit der Behandlung in den Bezugsgruppen und ggf. weiteren Indikationsgruppen. Koordination und Planung sowie die gesamte Vor- und Nachbereitung wird mit der Patientin im Rahmen von Einzelsettings durchgefĂŒhrt.


Modul Achtsamkeit:

Fertigkeiten zur Verbesserung der inneren Achtsamkeit sind in der Borderline-Skills-Gruppe zielorientiert, den Patientinnen zu ermöglichen, aktivierte Emotion und Kognitionen zu relativieren. Zudem ist die Verbesserung der inneren Achtsamkeit eine wesentliche Voraussetzung fĂŒr die Anwendung aller anderen Fertigkeiten. Wie auch in den therapeutischen Bezugsgruppen werden Informationen zur Achtsamkeit und Anleitungen zum praktischen ĂŒben auch in allen weiteren Modulen durchgefĂŒhrt.


Stresstoleranz:

Hier werden Fertigkeiten vermittelt und trainiert, Hochstressphasen kurzfristig auszuhalten, in ihrer Verlaufsdauer abzukĂŒrzen und Hochspannung schrittweise (Skills-Ketten) herunterzuregulieren. Damit entwickeln die Patientinnen erste AnsĂ€tze als Alternativen fĂŒr sĂŒchtige Verhaltensweisen in allen Erscheinungsformen, als wichtige Grundlage, die der Patientin auch ermöglicht, sich an die Behandlungsvereinbarungen zu halten, keinerlei selbstschĂ€digende Methoden einzusetzen. Im zweiten Teil des Moduls werden Fertigkeiten trainiert, langfristig mehr Stressresistenz aufzubauen und damit die Wahrscheinlichkeit, in Hochstress zu geraten, zu reduzieren.


Umgang mit GefĂŒhlen:

Wie auch in den Bezugsgruppen, nimmt dieses Modell einen breiten Raum ein und ist sowohl in der AbhĂ€ngigkeitsbehandlung zentrales Modul wie auch im Rahmen der speziellen Borderline- Behandlung. Es geht darum, eine distanzierte, objektivere (wertfreie) Einstellung zu Emotionen zu entwickeln. Dazu erhalten die Patientinnen umfangreiche Informationen und AufklĂ€rung ĂŒber die Bedeutung und Funktion der wichtigsten kategorialen Funktionen. Auf dieser Basis lernen die Patientinnen, situationsadĂ€quat Handlungsimpulse und Möglichkeiten entgegengesetzten Handelns abzuwĂ€gen, indem sie Pro und Kontra kurzfristiger und langfristiger Konsequenzen dokumentieren. Die Reflexion der GefĂŒhlsprotokolle ermöglicht den Patientinnen zunehmend, Situationen auch vorausschauend einzuschĂ€tzen und ImpulsdurchbrĂŒche zu mindern.

WeiterfĂŒhrend werden im Modul Fertigkeiten vermittelt zur lĂ€ngerfristigen Stabilisierung des emotionalen Systems, auch im Sinne von Minderung möglicher RĂŒckfallrisiken. Erfahrungen, sich den eigenen GefĂŒhlszustĂ€nden nicht mehr hilflos ausgeliefert zu fĂŒhlen, bewirkt bei sehr vielen Patientinnen eine VerstĂ€rkung der Motivation, intensiv weiterzuarbeiten.


Zwischenmenschliche Fertigkeiten:

Das Training zwischenmenschlicher Fertigkeiten zielt auf die Verbesserung sozialer Kompetenz unter besonderer BerĂŒcksichtigung von Aspekten der Bewertung sozialer Situationen. Es geht darum zu lernen, auf eigenen WĂŒnschen, Zielen und Meinungen bestehen zu können, dabei von anderen Menschen respektiert zu werden und die Selbstachtung aufrechtzuerhalten. Störende Gedanken, ungĂŒnstige Einstellungen und Mythen zu sich selbst und zur eigenen Bedeutung sowie Störungen in der Handlungskontrolle durch starke EmotionalitĂ€t und ImpulsivitĂ€t, mangelhafte VariabilitĂ€t und die FehleinschĂ€tzung der eigenen Wirkung auf andere bedingen hĂ€ufig einen Mangel an sozialer Kompetenz. Die Vermittlung der 3 Komponenten zwischenmenschlicher Interaktion, Zielerreichung, Beziehung und Selbstwert ermöglicht Vorstrukturierung und Planung sozialer Interaktionen. Besonders herausgestellt werden zusĂ€tzlich Übungen zum Ablehnen, gerade auch in Bezug auf Aufforderungen zum Suchtmittelkonsum.

Hauptbestandteil dieses Moduls sind Rollenspiele sowohl mit vorgegebenen Aufgaben, wie auch aus adĂ€quaten Lebenssituationen der Patientinnen. Im gesamten Skills-Training erhalten die Patientinnen schriftliches Informationsmaterial zur theoretischen Vertiefung und ArbeitsblĂ€tter, um die praktische Umsetzung zu dokumentieren, die dann im Gruppen- und Einzelsetting nachbesprochen werden. Regeln und Rahmenbedingungen zur Teilnahme werden mit den Patientinnen ausfĂŒhrlich in der Aufnahmephase besprochen. Bei Krisen und Motivationsschwankungen werden Patientinnen auf der Grundlage von Attachement und Commitment-Strategien in Balance auf Validierung und DrĂ€ngen auf VerĂ€nderung ermuntert und verstĂ€rkt, sich wieder auf den Behandlungsprozess einzulassen. Dies erfordert intensive Vernetzung im gesamten Behandlungsteam, basierend auf den Grundannahmen der eingangs vorgestellten DBT und DBT-S.


Weitere Behandlungselemente der DBT:

  •   Strukturierte WochenplĂ€ne mit Teilzielen

  •   Borderline-Symptomliste (BSL 95 bzw. BSL 23)

Zur Erfassung von Unterschieden in Befindlichkeit und AusprĂ€gung krankheitstypischer Symptome und dem Ausmaß der aktuellen dysfunktionalen Verhaltensweisen. ZusĂ€tzlich wird mittels einer visuellen Analogskala die aktuelle psychische Befindlichkeit erhoben.