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Fachklinik Altenkirchen Medizinische Behandlung

Gruppentherapie im Bezugssystem


Jede Patientin ist für die gesamte Dauer der Behandlung einer Gruppe zugeordnet. Die Gruppentherapie wird von den TherapeutInnen strukturiert und direktiv geleitet. Dabei werden aktuelle Anliegen und Themen aller Patientinnen berücksichtigt und integriert.

Im Sinne intensiver Psychoedukation erhalten die Patientinnen intensive und wiederholte Informationen, um sich mit der Funktion ihrer süchtigen Verhaltensweisen auseinanderzusetzen, um auf dieser Basis suchtfreie Alternativen zu entwickeln und umzusetzen.

In einer Kombination sich ergänzender Module aus dem Rückfallprophylaxetraining nach Körkel/ Schindler und dem Skills-Training aus der DBT nach Marsha Linehan werden die Patientinnen in der Grundhaltung von Achtsamkeit geschult. Die innere Achtsamkeit steht als Gegenpol zum Gefühl des Berauschtseins und wirkt als Training für bewusstes Wahrnehmen von Gedanken, Gefühlen und Impulsen und ermöglicht so Kontrolle und Steuerung des Denkens. über die Anfertigung täglicher Craving-Kurven erfahren die Patientinnen so, eigenen Suchtdruck möglichst frühzeitig wahrzunehmen, gegensteuern zu lernen sowie Erkenntnisse zu gewinnen für auslösende Lebenssituationen. Die Schulung der Achtsamkeit ist Basis für das suchtspezifische Skills-Training in der Bezugsgruppe.

Das Modul Umgang mit Gefühlen nimmt wegen seiner Bedeutung im Zusammenhang mit Risikofaktoren für Rückfälligkeit einen besonderen Raum ein. In ausführlicher und wiederholter Darstellung werden den Patientinnen Informationen vermittelt zu Grundgefühlen, Gedanken, Körperempfinden, Handlungsimpulsen und Möglichkeiten entgegengesetzten Handelns. Um Erlerntes umzusetzen und die Wirksamkeit zu überprüfen, fertigen die Patientinnen eine Vielzahl von Gefühlsprotokollen zu Situationen im Klinikalltag an, die in der Bezugsgruppe nachbesprochen werden.

Im Modul Stressmanagement erlernen die Patientinnen, mit besonders hoher Belastung oder Anspannung und hohem Suchtdruck umzugehen, ohne rückfällig zu werden. Mit Unterstützung der BezugstherapeutIn und Anregungen der Gruppenteilnehmerinnen erstellt sich jede Patientin individuelle Fertigkeiten, die in besonderen Stresssituationen helfen, diese kurzfristig auszuhalten, um in der weiteren Entwicklung einen Skills-Koffer zusammenzustellen, um dann Stress und/oder Suchtdruck herunter zu regulieren. Die Erfahrung, mit eigenen Handlungsweisen tatsächlich das eigene Erleben regulieren zu können, wirkt sich als positiver Verstärker außerordentlich förderlich für die Motivation aus, abstinent zu bleiben und weitere Skills zu entwickeln.

Im Modul zwischenmenschliche Fertigkeiten werden Informationen vermittelt zur verbalen und nonverbalen Kommunikation sowie zur grundlegenden Bedeutung eigener, meist negativer Annahmen über sich selbst. Die Unterscheidung von Sach-, Beziehungs- und Selbstwertebene ermöglicht den Patientinnen, Strukturierung für jeweils situationsadäquate Verhaltensweisen, sowohl hinsichtlich verbaler Kommunikation wie auch Körpersprache und Mimik. In den vertiefenden Rollenspielen liegt ein Schwerpunkt auf den unterschiedlichen Möglichkeiten, Suchtmittelkonsum bei Aufforderung durch andere abzulehnen.

Das Modul Selbstwert basiert weitgehend auf einem von Potreck-Rose und Jacob entwickelten Konzept und wurde von Martin Bohus als zusätzliches Modul zu den vier von Marsha Linehan ursprünglich entwickelten Skills-Modulen etabliert. Erfahrungsgemäß spielen Störungen des Selbstwertes nicht nur bei Borderline-Patientinnen eine wichtige Rolle, sondern gerade auch bei Patientinnen mit Abhängigkeitserkrankungen. Störungen des Selbstwertes betreffen die Einschätzung der eigenen moralischen Integrität, der eigenen Handlungskompetenz, der körperlichen Erscheinung sowie der sozialen Rolle.


Interventionen zur Verbesserung des Selbstwertes umfassen:

1. Erweiterung von Kompetenzen
Bereits im Modul Umgang mit Gefühlen angeleitet und behandelt

2. Förderung von angenehmen Erlebnissen mit der eigenen Person
In dieser Einheit Selbstzugewandtheit sollen positive Erfahrungen mit der eigenen Person unterstützt werden. Dazu werden auf der kognitiven Ebene selbstbezogene positive Kognitionen und auf der Verhaltensebene die Hinwendung zu eigenen Bedürfnissen und der Aufbau positiver Aktivitäten gefördert

3. Änderung von Bewertungen
In dieser Einheit sollen Glaubenssätze als negative selbstbezogene Einstellungen identifiziert werden sowie ihre Auswirkungen auf das Verhalten erkannt werden. Angeleitet und angeregt werden die Patientinnen, mit alternativen Verhaltensweisen zu experimentieren. Thematisierung von Selbstwert und Arbeiten daran bedeutet für viele Patientinnen, von Schamgefühlen überflutet zu werden. Insofern wird das individuelle Nacharbeiten dieses Moduls im Einzelsetting durchgeführt, um der Individualität mehr Raum zu geben und ggf. Impulsdurchbrüche auf dem Hintergrund von Scham mit Kontakt- bzw. Behandlungsabbruch zu vermeiden.

Der zeitliche Rahmen in der Vermittlung aller Inhalte und im Training praktischer Umsetzung ist auf eine durchschnittliche Dauer von 16/26 Wochen Behandlungszeit angelegt.


Selbsthilfegruppentraining

Die vierte wöchentliche Einheit der Gruppentherapie findet als Training zur Selbsthilfe statt. Auf der Basis von ausführlicher Information zu Selbsthilfegruppen bei Abhängigkeitserkrankungen wird mit den Patientinnen Teilnahme, Moderation und Protokollerstellung trainiert als Vorbereitung für ein Selbsthilfegruppensetting ohne TherapeutIn.

Die Durchführung ohne therapeutische Anleitung wird dann im begleiteten Gruppensetting besprochen. Ziel ist, die Patientin zu motivieren, nach der stationären Therapie an Selbsthilfegruppen aktiv teilzunehmen, oder ggf. bei Bedarf auch Selbsthilfegruppen selbst mit zu begründen.