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Fachklinik Altenkirchen Therapeutische Arbeit mit Angehörigen

Therapeutische Arbeit mit Angehörigen

Bei dieser Arbeit werden die Wechselwirkungsprozesse zwischen Patientin, TherapeutIn, Klinikrahmen und Familie berücksichtigt und in sinnvoller Weise für das therapeutische Geschehen nutzbar gemacht. Kontextbezug heißt dabei auch verstärktes Einbeziehen der Angehörigen in die Therapie. Wir verstehen die suchtkranke Patientin als Symptomträgerin, die unterschiedliche familiäre Delegationen angenommen hat und austrägt. Häufig kommt es bei Fortschritten auf Seiten der Patientin zu Gegenregulationen der Angehörigen, die im ungünstigsten Fall auch zum Therapieabbruch führen können. Über gezielte Interventionen kann das gesamte Familiensystem in die Therapie einbezogen und verändert werden. Dies ist Voraussetzung für ein symptomfreies Leben im jeweiligen Beziehungsgefüge der Patientin.

Die therapeutische Arbeit mit Angehörigen unterteilt sich in:

  •   Angehörigenseminare

  •   Kinderseminare und

  •   Paar- und Familiengespräche



Alle Formen der therapeutischen Arbeit mit Angehörigen werden mit der Patientin im Vorfeld ausführlich vorbereitet und nach der Durchführung in den Ergebnissen im weiteren Verlauf der Behandlung thematisiert. Berücksichtigt werden in unserer Klinik Besonderheiten im Zusammenhang mit Gewalterfahrungen und Traumatisierungen. Die Regel Safety First fordert: Keinerlei Kontakt zu Täter/ innen. Nur auf dieser Basis kann ein größtmöglicher Rahmen äußerer Sicherheit für betroffene Patientinnen geschaffen werden. Der Abbruch aller Täterkontakte ist weiterhin Voraussetzung für die therapeutische Arbeit zur Bewältigung von Traumatisierung. Innerhalb unserer Klinik werden keine Gespräche mit „Tätern“ im Rahmen der Angehörigenund/ oder Familienarbeit geführt.



Angehörigenseminare:

Die Patientinnen nehmen im Verlauf der Therapie in der Klinik an einem 3-tägigen Seminar teil. Insgesamt geht es um ein besseres Verständnis der Sucht in ihren Auswirkungen auf Beziehungen. Dabei wird die Entwicklung der Abhängigkeit auch als ein Interaktionsbeitrag verstanden, eine kurzfristig wirksame „Lösung" die zum Problem geworden ist. Zum Seminar können die wichtigsten Bezugspersonen der gegenwärtigen Familie und Partnerschaft eingeladen werden. Spezifische Aspekte der Beziehungsdynamik und die Eigenheit der Patientin werden durch die besondere Art der familiären Interaktion besser verstehbar. Es werden Impulse für Veränderungen der problemstabilisierenden Muster in Familien und Partnerschaften gesetzt. Bereits eingeleitete Neuorientierungsprozesse in Familie und Partnerschaft können weitergeführt werden. Im Angehörigenseminar steht die Thematik der Beziehungsgestaltung in der Gegenwart und Zukunft im Fokus, in Betonung der Eigenverantwortung der Patientin als Erwachsene in ihrer Rolle z.B. als Partnerin, Freundin und Mutter.


Paar- und Familiengespräche

Zur Klärung problematischer Beziehungskonstellationen in der Herkunftsfamilie werden je nach Indikation individuelle Familiengespräche angeboten, nach ausführlicher Vorbereitung der Patientin hinsichtlich der Themen von Bindung und Bindungsdefiziten in der Kindheit sowie altersadäquater Ablösung.

Paargespräche mit Inhalt besonders sensibler und intimer Themen können indikativ zum Angehörigenseminar und/oder Familiengesprächen durchgeführt werden. Paar- und (Herkunfts-)familiengespräche finden auf der Grundlage systemischer Familientherapie im Setting von Patientin, Partner/in bzw. Angehörigen aus der Herkunftsfamilie und 2 TherapeutInnen statt, möglichst in der Konstellation von männlich/weiblich.


Ziele:

  •   Familien- und Beziehungsdiagnostik

  •   Kennenlernen der problemstabilisierenden Muster in der Interaktion

  •   Gezielte Veränderungsinterventionen

  •   Abklärung der Bedeutung, die die Abhängigkeit im Beziehungsgefüge hat

  •   Förderung der Bereitschaft der Angehörigen zur Mitarbeit

  •   Weiterführung der eingeleiteten Neuorientierung in Familie und Partnerschaft

  •   Besonderer Fokus: Individuation und Bezogenheit

  •   Neudefinition von Rollen- und Generationsgrenzen



Kinderseminare

Um unserem Ziel der Einbeziehung der Familie gerecht zu werden, laden wir ca. 4-mal jährlich die 6-16jährigen Kinder der Patientinnen zum 3-tägigen Kinderseminar ein. In spielerischer Form werden Ausdrucksmöglichkeiten gefunden, um eine neue Wertung vergangener, meistens negativer Erfahrungen zu erreichen sowie Pläne für ein zukünftiges Leben zu machen, die den Wünschen der Kinder wie auch den Kapazitäten der Mütter und den (ebenfalls beim Kinderseminar anwesenden) Vätern gerecht werden können. Insbesondere geht es im Kinderseminar darum, die für die Suchtfamilie typische Verschiebung der Generationsgrenzen neu zu ordnen, Parentifizierung bei den Kindern aufzulösen und somit Verantwortlichkeiten in der Familie neu zu definieren. Die systemische Sichtweise eröffnet uns in der Arbeit mit Kindern die Chance, diese als aktive Mitgestalter des familiären Lebens ernst zu nehmen und sie in der Äußerung ihrer Wünsche und Bedürfnisse sowie im Erproben ihrer wachsenden Fähigkeiten zu bestärken. Grundsätzlich hat dieses Seminar Zielsetzungen, die sich im Wesentlichen an den allgemein bekannten hauptsächlichen Problemstrukturen von Kindern aus Suchtfamilien orientieren. Diese Ziele sind zusammengefasst: - die Kinder von ihrer Parentifizierung zu befreien und ihnen inneren und äußeren, also seelischen und situativen Freiraum zu schaffen, Kind zu sein - die Kinder aus der bedrückenden Sprachlosigkeit und Vereinsamung zu erlösen, o dadurch, dass sie ein offenes Gespräch über die Suchtsituation kennenlernen und erlernen können o dadurch, dass sie zu einer bewussten Wahrnehmung ihrer unterdrückten Affekte wie Angst und Wut geführt werden und o dadurch, dass sie ihre Wünsche und Bedürfnisse auch sprachlich angstfrei auszudrücken lernen - den Kindern und ihren Eltern ihre jeweilige Rolle innerhalb des Familiensystems transparent zu machen, indem die Abgrenzungen häufig verwischt und die Hierarchiestrukturen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten oft vertauscht sind - Die Patientinnen für eine bewusste Wahrnehmung der Auswirkungen ihres Suchtverhaltens auf die psychische Entwicklung der Kinder zu sensibilisieren und ihnen Einfühlungsvermögen zu vermitteln, um sie so letztlich zur Übernahme von Verantwortung zu motivieren.